Ratgeber · Prüfung

Due Diligence: was auf den Tisch kommt — und was besser vorher.

Die Prüfung dauert vier bis zwölf Wochen. Wie lange sie wirklich dauert, entscheidet sich nicht beim Käufer, sondern in Ihrem Ordner: Wer die Unterlagen beisammen hat, ist in vier Wochen durch. Wer sie erst zusammensucht, in drei Monaten.

Die Unterlagen nach Bereich

BereichWas verlangt wirdHäufiger Stolperstein
FinanzenDrei Jahresabschlüsse, aktuelle Zwischenbilanz, Bereinigungsrechnung, BudgetPrivat vermischte Kosten und ein Inhaberlohn, der nichts mit dem Markt zu tun hat
AufträgeAuftrags- oder Mandatsliste mit Volumen, Laufzeit und MargeKeine Nachkalkulation — die Marge lässt sich nicht belegen
KundenUmsatz nach Kunden über drei JahreEin Auftraggeber trägt mehr als ein Viertel, ohne dass es vorher zur Sprache kam
VerträgeKunden-, Liefer-, Miet-, Leasing- und VersicherungsverträgeMündliche Abmachungen und Verträge mit Change-of-Control-Klauseln
PersonalAnstellungsverträge, Lohnliste, Ferien- und Überzeitsaldi, PensionskasseNicht zurückgestellte Ferien- und Überzeitguthaben
RechtHandelsregisterauszug, Statuten, Aktionärbindungsvertrag, hängige VerfahrenEin vergessener Rechtsstreit, den der Käufer selbst findet
SteuernVeranlagungen, MWST-Abrechnungen, offene VerfahrenOffene Punkte mit der Steuerverwaltung, die niemand erwähnt hat
BetriebAnlagenverzeichnis, Wartungsstand, GewährleistungsfälleInvestitionsstau, der beim Käufer sofort anfällt

Offenlegung

Die Regel, die Ihnen Geld spart

Jedes Problem, das Sie selbst auf den Tisch legen, kostet Sie einen Abschlag. Jedes Problem, das der Käufer findet, kostet Sie zwei — den Abschlag und das Vertrauen. Und Vertrauensverlust wirkt auf alle anderen Positionen, auch auf die unproblematischen.

Praktisch heisst das: Der hängige Mängelfall, der überalterte Bagger, der Kunde, der abspringen könnte — all das gehört in das Gespräch vor der Absichtserklärung. Ein erfahrener Käufer rechnet ohnehin mit Überraschungen; er zahlt einen Aufschlag für die Ruhe, keine zu erleben.

Der zweite Effekt ist zeitlich: Verhandlungen, die während der Prüfung neu aufgerollt werden, verlieren Wochen. Wer alles vorher gesagt hat, verhandelt einmal.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Prüfung?

Bei einem KMU dieser Grössenordnung realistisch vier bis zwölf Wochen. Der Unterschied liegt fast vollständig bei der Vollständigkeit Ihrer Unterlagen, nicht beim Käufer.

Muss ich alles offenlegen?

Alles, was für die Bewertung wesentlich ist — dafür gibt es die Geheimhaltungsvereinbarung. Zurückgehaltene wesentliche Informationen sind ausserdem ein rechtliches Risiko: Der Kaufvertrag enthält Zusicherungen des Verkäufers, und für die haften Sie.

Kann ich die Prüfung beschleunigen?

Ja, indem Sie vorher aufräumen: bereinigte Zahlen, ein sortierter Datenraum, eine ehrliche Liste der offenen Punkte. Das ist der einzige Teil des Prozesses, den Sie allein in der Hand haben.

Was, wenn der Käufer nach der Prüfung den Preis senken will?

Das passiert genau dann, wenn in der Prüfung Dinge auftauchen, die vorher nicht besprochen waren. Deshalb ist die Absichtserklärung so wichtig: Sie hält fest, auf welcher Grundlage der Preis steht — und macht sichtbar, ob eine spätere Kürzung sachlich begründet ist oder Taktik.

Nächster Schritt

Wir sagen Ihnen vorher, was wir sehen wollen.

Im Erstgespräch bekommen Sie die Liste, bevor der Prozess läuft. Dann entscheiden Sie in Ruhe, ob und wann Sie starten.

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