Ratgeber · Vertrag
Die Absichtserklärung bindet nicht — und entscheidet trotzdem alles.
Rechtlich ist sie in der Regel unverbindlich. Praktisch ist sie der Punkt, ab dem die Verhandlung vorbei ist: Was hier nicht steht, wird später zum Streitfall, meist genau dann, wenn beide Seiten schon Geld für Berater ausgegeben haben.
Inhalt
Die sieben Punkte, die hineingehören
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Preis oder Preisrahmen — und worauf er sich bezieht
Auf welches Ergebnis, welchen Stichtag, welche Bereinigung. Ein Preis ohne Bezugsgrösse ist eine Zahl ohne Bedeutung.
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Transaktionsform
Anteilsverkauf oder Verkauf von Aktiven. Davon hängen Steuern, Verträge und Haftung ab — die Frage später zu öffnen, wirft den Prozess um Wochen zurück.
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Zahlungsweise
Was bei Vollzug bezahlt wird, was gestundet ist, ob ein Teil an die künftige Entwicklung gekoppelt ist. Der Nettobetrag zum Zeitpunkt X ist die Zahl, die zählt.
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Ihre Rolle danach
Bleiben Sie Geschäftsführer, wie lange, zu welchen Konditionen, mit welchen Kompetenzen. Und wann Sie gehen dürfen.
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Zusicherungen für Team, Name und Standort
Wenn Ihnen das wichtig ist, gehört es hierhin, nicht in eine mündliche Zusage im vierten Gespräch.
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Exklusivität und Zeitplan
Wie lange verhandeln Sie nur mit dieser Gegenseite, und bis wann liegt was vor. Ohne Frist zieht sich jede Prüfung.
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Was passiert, wenn es nicht klappt
Wer trägt welche Kosten, was geschieht mit den offengelegten Unterlagen, wie lange gilt die Geheimhaltung weiter.
Aus der Praxis
Der häufigste Fehler
Verkäufer verhandeln den Preis und lassen alles andere offen, weil sie den Schwung nicht bremsen wollen. Dann kommt die Detailprüfung, und plötzlich wird über die Rolle danach gesprochen, über den gestundeten Anteil, über die Frage, wer bei einem Mängelfall aus dem Jahr davor haftet.
Jeder dieser Punkte ist einzeln lösbar. Alle zusammen, unter Zeitdruck und nach Wochen der Prüfung, kosten Nerven und oft den Deal, nicht weil die Sache unlösbar wäre, sondern weil beide Seiten müde sind.
Der ruhigere Weg: eine Absichtserklärung, die unbequem konkret ist. Sie kostet zwei zusätzliche Gespräche und spart zwei Monate.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
Brauche ich für die Absichtserklärung einen Anwalt?
Ja. Sie ist teilweise bindend und legt die Leitplanken für den Kaufvertrag. Das ist der Punkt im Prozess, an dem anwaltliche Begleitung am meisten bringt, deutlich mehr als beim Erstgespräch.
Wie lange sollte die Exklusivität dauern?
So lange, wie die Prüfung realistisch braucht, plus ein wenig Luft, bei einem KMU dieser Grösse typischerweise zwei bis drei Monate. Unbefristete Exklusivität ist immer zu Ihrem Nachteil.
Kann ich nach der Absichtserklärung noch aussteigen?
In der Regel ja, solange der nicht bindende Teil betroffen ist — Exklusivität und Geheimhaltung binden Sie aber weiterhin. Ein Ausstieg ohne sachlichen Grund kostet vor allem Zeit und Ruf in einem kleinen Markt.
Was, wenn der Käufer keine Absichtserklärung will?
Dann fehlt Ihnen die einzige schriftliche Grundlage vor dem Kaufvertrag. Das ist kein K.-o.-Kriterium, aber ein Grund, sehr genau hinzuschauen, warum.
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Nächster Schritt
Wir legen unsere Punkte auf den Tisch, bevor Sie Ihre zeigen.
Im Erstgespräch hören Sie, wie eine Absichtserklärung mit uns aussieht — Preisrahmen, Struktur, Ihre Rolle, Zusicherungen für Team und Namen.
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