Ratgeber · Glossar

Die Begriffe, die im Verkaufsgespräch fallen — in einem Satz erklärt.

Berater reden in Abkürzungen. Sie müssen die nicht können, aber Sie sollten sie verstehen, bevor Sie über Ihr Lebenswerk verhandeln. Hier stehen sie in normalem Deutsch.

Transaktion und Prozess

BegriffWas es bedeutetWarum es Sie betrifft
Share DealVerkauf der Aktien oder Stammanteile — die Gesellschaft bleibt dieselbeVerträge und Mandate laufen unverändert weiter; für Sie meist steuerlich der bessere Weg
Asset DealVerkauf einzelner Aktiven, Verträge und MandateJede Vertragsübertragung braucht die Zustimmung der Gegenpartei
LOI / AbsichtserklärungSchriftliche Einigung über die Eckpunkte vor dem KaufvertragTeilweise bindend — der wichtigste Meilenstein des Prozesses
Due DiligenceDie Prüfung des Betriebs durch den KäuferVier bis zwölf Wochen; Dauer hängt an Ihren Unterlagen
NDA / GeheimhaltungsvereinbarungVertrag über den vertraulichen Umgang mit Ihren ZahlenSteht vor jeder Zahl, die Ihr Haus verlässt
Signing / ClosingUnterzeichnung und späterer Vollzug der TransaktionZwischen beidem liegen oft Bedingungen wie Bankzusagen
ExklusivitätZusage, für eine bestimmte Zeit nur mit einer Gegenseite zu verhandelnBefristen — unbefristet ist immer zu Ihrem Nachteil

Preis und Bewertung

BegriffWas es bedeutetWarum es Sie betrifft
EBITDAErgebnis vor Zinsen, Steuern und AbschreibungenDie Basis, auf der Käufer rechnen
Normalisierung / BereinigungHerausrechnen von Sondereffekten und Ihrem Lohn, Einsetzen eines marktüblichen GeschäftsführerlohnsEntscheidet über mehr Franken als die Wahl der Bewertungsmethode
MultipleDer Faktor, mit dem das bereinigte Ergebnis multipliziert wirdFür Schweizer KMU grob im Bereich vier bis acht, je nach Struktur
ErtragswertBarwert des nachhaltig erzielbaren GewinnsDie aussagekräftigste Sicht bei Dienstleistungsbetrieben
SubstanzwertWert der Aktiven abzüglich SchuldenUntergrenze, selten der Verkaufspreis
PraktikermethodeZweimal Ertragswert plus einmal Substanzwert, geteilt durch dreiSteuerlicher Standard nach Kreisschreiben 28 — nicht der Marktpreis
Earn-outKaufpreisteil, der von der künftigen Entwicklung abhängtÜberbrückt Preisdifferenzen, hält Sie aber im Risiko
VerkäuferdarlehenGestundeter Teil des KaufpreisesIhr Geld arbeitet im Betrieb weiter, den Sie abgegeben haben
KlumpenrisikoAbhängigkeit von einzelnen Kunden oder AuftraggebernEiner der stärksten Preisdrücker

Recht und Steuern

BegriffWas es bedeutetWarum es Sie betrifft
Privater KapitalgewinnGewinn aus dem Verkauf von Privatvermögen — grundsätzlich steuerfrei (DBG Art. 16 Abs. 3)Der Hauptgrund, warum Verkäufer den Share Deal bevorzugen
Indirekte TeilliquidationNachträgliche Besteuerung, wenn innert fünf Jahren nicht betriebsnotwendige Substanz ausgeschüttet wird (DBG Art. 20a Abs. 1 lit. a)Wird zur Falle, wenn der Käufer den Preis aus der Kasse der gekauften Firma zahlt
TransponierungVerkauf an eine selbst beherrschte Gesellschaft (DBG Art. 20a Abs. 1 lit. b)Betrifft Umstrukturierungen in die eigene Holding
LiquidationsgewinnbesteuerungMildere Besteuerung stiller Reserven bei Aufgabe nach dem 55. Altersjahr (DBG Art. 37b)Für Einzelfirmen oft der grösste Hebel auf den Nettoerlös
Zusicherungen / GewährleistungenAussagen des Verkäufers über den Zustand des BetriebsDafür haften Sie nach dem Verkauf — Formulierung gehört zum Anwalt
BetriebsübergangÜbertragung des Betriebs auf einen neuen Rechtsträger; Arbeitsverhältnisse gehen über, sofern Mitarbeitende nicht ablehnen (OR Art. 333)Die Antwort auf «verliere ich meinen Job», bevor sie gestellt wird
AktionärbindungsvertragVereinbarung zwischen Gesellschaftern über Rechte, Pflichten und VerkaufsfälleUnverzichtbar, sobald mehrere Personen beteiligt sind

Nächster Schritt

Begriffe klären ist einfach. Die Entscheidung nicht.

Im Erstgespräch reden wir ohne Abkürzungen darüber, was für Ihren Betrieb realistisch ist.

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