Ratgeber · MBO
Ihr Kader will übernehmen. Und hat kein Geld.
Das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Ein Management-Buy-out scheitert selten am Willen und fast immer an der Finanzierung — weil die Personen, die den Betrieb am besten kennen, typischerweise die sind, die am wenigsten Kapital haben.
Die Bausteine
Wie sich ein MBO in der Praxis zusammensetzt
Ein Kaufpreis wird bei einem Buy-out fast nie aus einer Quelle bezahlt. Üblich ist eine Kombination: Eigenmittel der übernehmenden Personen, ein Bankkredit, und ein Teil, den der Verkäufer stundet.
Die Bank schaut dabei nicht auf den Kaufpreis, sondern auf den Cashflow: Kann der Betrieb Zins und Amortisation tragen, nachdem der bisherige Inhaber ausgestiegen ist und eine Geschäftsführung bezahlt werden muss? Genau diese Rechnung entscheidet, wie viel Fremdkapital überhaupt möglich ist.
Für Sie als Verkäufer heisst das: Je grösser die Finanzierungslücke, desto grösser der Teil, den Sie selbst stunden — und desto länger bleibt Ihr Erlös im Risiko des Betriebs, den Sie gerade abgeben.
- Eigenmittel des Kaders: in der Regel der kleinste Baustein, oft aus Ersparnissen oder Vorbezug
- Bankfinanzierung: abhängig vom nachhaltigen Cashflow, nicht vom Wunschpreis
- Verkäuferdarlehen: der gestundete Teil des Kaufpreises, meist über drei bis fünf Jahre
- Earn-out: ein Teil des Preises, der an die künftige Entwicklung gekoppelt ist
MBO aus Verkäufersicht: was Sie gewinnen und was es kostet
| Vorteil | Preis dafür | |
|---|---|---|
| Kontinuität | Kunden und Team kennen die Nachfolge bereits | Der Käuferkreis ist auf eine Handvoll Personen beschränkt — kein Wettbewerb um den Preis |
| Tempo | Keine Suche, keine Vorstellungsrunden | Die Finanzierung dauert dafür oft länger als die Verhandlung |
| Preis | Sie kennen den Käufer und sein Können | In der Regel deutlich unter dem, was ein externer Käufer zahlen könnte |
| Sicherheit | Der Betrieb bleibt in vertrauten Händen | Ein erheblicher Teil des Erlöses bleibt jahrelang gestundet und damit im Risiko |
Beteiligung statt Buy-out
Die Alternative, die viele übersehen
Wenn das Kader übernehmen will, aber die Finanzierung nicht trägt, gibt es einen dritten Weg: ein Partner steigt mit Kapital ein, das Kader bleibt in Verantwortung, und Sie verkaufen einen Teil sofort statt alles auf Raten.
Für Sie ändert sich damit die Risikoverteilung grundlegend: Ein Teil des Erlöses ist am Tag der Unterschrift bezahlt, statt über fünf Jahre vom Erfolg anderer abzuhängen. Für Ihr Kader ändert sich, dass es führen kann, ohne sich für ein Jahrzehnt zu verschulden.
Das ist genau das Modell, mit dem wir arbeiten — und es ist der Grund, warum ein Gespräch auch dann sinnvoll ist, wenn Sie im Kopf bereits beim Buy-out sind.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
Wie hoch ist der typische Verkäuferdarlehens-Anteil?
Das hängt vollständig von Cashflow und Bankbereitschaft ab; pauschale Prozentzahlen wären hier geraten. Realistisch ist: Je kleiner die Eigenmittel des Kaders, desto grösser Ihr gestundeter Anteil. Lassen Sie sich die Bankrechnung zeigen, bevor Sie über den Preis sprechen.
Kann ich das Verkäuferdarlehen absichern?
Üblich sind Rangrücktritte gegenüber der Bank, Verpfändung der verkauften Anteile, Zusicherungen und Informationsrechte. Was durchsetzbar ist, entscheidet Ihre Verhandlungsposition und die Bank — das gehört zu Ihrem Anwalt, nicht in eine Vorlage.
Was ist ein Earn-out?
Ein Teil des Kaufpreises, der von der künftigen Entwicklung abhängt, etwa vom Ergebnis der nächsten zwei Jahre. Der Vorteil: Er überbrückt unterschiedliche Preisvorstellungen. Der Nachteil: Sie hängen am Erfolg einer Führung, die Sie nicht mehr steuern — deshalb müssen die Messgrössen so einfach sein, dass sie nicht manipulierbar sind.
Ist ein MBO steuerlich anders zu behandeln?
Der Grundsatz bleibt: Der Verkauf von Anteilen aus dem Privatvermögen ist steuerfrei, solange keine der bekannten Ausnahmen greift. Besonders zu prüfen ist die indirekte Teilliquidation, wenn der Kaufpreis aus Mitteln der verkauften Gesellschaft bezahlt wird — genau das passiert bei Buy-outs häufiger als bei anderen Transaktionen.
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Nächster Schritt
Bevor Sie fünf Jahre Ihres Erlöses verleihen.
Wir rechnen mit Ihnen durch, was ein Direktverkauf oder eine Beteiligung im Vergleich zum Buy-out bedeutet — offen, auch wenn der Buy-out am Ende der bessere Weg ist.
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