Ratgeber · Bewertung

EBITDA-Multiple für KMU: was Ihre Firma wert ist — verständlich erklärt.

Hinter fast jedem Kaufangebot steht dieselbe Rechnung: ein bereinigtes Ergebnis mal ein Faktor. Das klingt nach Buchhaltung, ist aber die ehrlichste Antwort auf die Frage, was Ihr Betrieb wert ist. Hier die Logik ohne Fachchinesisch — mit einem ausdrücklich fiktiven Rechenbeispiel.

Die Grundlage

Warum Käufer auf das Ergebnis schauen, nicht auf den Umsatz

EBITDA steht für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen — vereinfacht gesagt: das, was Ihr Betrieb operativ erwirtschaftet, bevor Finanzierung und buchhalterische Effekte ins Bild kommen. Es ist die Zahl, die ein Käufer übernimmt, wenn er Ihren Betrieb weiterführt.

Deshalb ist der Umsatz für die Bewertung fast egal: Ein Betrieb mit drei Millionen Umsatz und hauchdünner Marge ist weniger wert als einer mit einer Million und sauberem Ergebnis. Gekauft wird der Gewinn, nicht die Grösse.

Wenn Sie sofort eine erste Grössenordnung wollen: Unser Firmenwert-Rechner liefert Ihnen in zwei Minuten eine Bandbreite — ohne E-Mail-Adresse und ohne Rückruf. Den Rest dieses Artikels brauchen Sie, um diese Zahl einordnen zu können.

Schritt eins

Die Bereinigung: Ihr Ergebnis ist selten das echte Ergebnis

Die meisten Inhaber führen ihre Buchhaltung steueroptimiert, nicht verkaufsoptimiert: Der eigene Lohn ist tief oder hoch angesetzt, private Kosten laufen über die Firma, einmalige Erträge oder Aufwendungen verzerren das Bild. Das buchhalterische Ergebnis sagt deshalb wenig darüber aus, was ein Nachfolger tatsächlich erwirtschaften würde.

Die Bereinigung rechnet diese Effekte heraus — in beide Richtungen. Sie ist kein Schönrechnen, sondern eine Normalisierung, und jeder seriöse Käufer macht sie gemeinsam mit Ihnen, Beleg für Beleg.

  • Inhaberlohn: Ihr tatsächlicher Lohn wird durch das Gehalt eines angestellten Geschäftsführers ersetzt — liegt Ihr Lohn über Marktniveau, steigt das bereinigte Ergebnis, liegt er darunter, sinkt es.
  • Private Posten: Fahrzeug, Reisen oder Miete mit privatem Anteil fliegen aus der Rechnung.
  • Einmaleffekte: Der Verkauf einer Maschine, eine ausserordentliche Reparatur oder ein Rechtsstreit gehören nicht ins operative Ergebnis.

Schritt zwei

Fiktives Rechenbeispiel: vom Gewinn zur Bandbreite

Ausdrücklich fiktives Beispiel — alle Zahlen frei erfunden und dienen nur der Veranschaulichung der Logik. Keine Marktdaten, kein Angebot.
PositionBetragWarum
Gewinn vor Steuern gemäss JahresrechnungCHF 180'000Der Ausgangspunkt aus Ihrer Buchhaltung
+ Inhaberlohn über Marktniveau+ CHF 70'000Sie zahlen sich CHF 250'000; ein angestellter Geschäftsführer kostete CHF 180'000
+ Private Fahrzeugkosten in der Buchhaltung+ CHF 10'000Gehören nicht zum Betrieb
− Einmaliger Gewinn aus einem Maschinenverkauf− CHF 25'000Sondereffekt, der sich nicht wiederholt
= Bereinigtes Ergebnis (EBITDA)CHF 235'000Die Zahl, auf die der Faktor wirkt
× Faktor am unteren Ende der Bandbreite≈ CHF 940'000Hohe Inhaber-Abhängigkeit, wenig wiederkehrender Umsatz
× Faktor am oberen Ende der Bandbreite≈ CHF 1'880'000Eingespieltes Team, wiederkehrende Erträge, breite Kundenbasis

Fiktives Beispiel der THETA Holding, 2026 — ausschliesslich zur Veranschaulichung.

Die Multiple-Logik

Der Faktor: warum er schwankt und was Sie beeinflussen können

Der Faktor — das «Multiple» — ist keine feste Grösse, sondern die Risikoeinschätzung des Käufers. Für Schweizer KMU bewegt er sich grob zwischen vier und acht; wo Ihr Betrieb in dieser Bandbreite landet, entscheiden drei Dinge.

Wiederkehr: Erträge, die ohne Ihr Zutun jedes Jahr wiederkommen — Wartungsverträge, Bewirtschaftungshonorare — sind planbarer und damit mehr wert als projektbezogene Aufträge. Inhaber-Abhängigkeit: Je mehr Kunden, Know-how und Entscheide an Ihnen hängen, desto grösser das Risiko für den Käufer und desto tiefer der Faktor. Kundenbasis: Ein Grosskunde mit vierzig Prozent Umsatzanteil ist ein Klumpenrisiko, das den Faktor drückt — die Branche spielt mit hinein, aber weniger, als die meisten Inhaber annehmen.

Versprechen wie «Ihre Branche verkauft zum Faktor sieben» sollten Sie misstrauisch machen: Ohne Bereinigung und ohne Blick auf Ihre Abhängigkeiten ist jede einzelne Zahl Kaffeesatzleserei. Seriös ist nur eine Bandbreite, die begründet wird — genau so arbeiten wir.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Was ist meine Firma wert — kann ich das selbst ausrechnen?

Eine erste Grössenordnung ja: bereinigtes Ergebnis mal Faktor, wie im fiktiven Beispiel oben. Unser Firmenwert-Rechner führt Sie in zwei Minuten durch genau diese Logik und gibt Ihnen eine Bandbreite. Die Verfeinerung — wo in der Bandbreite Ihr Betrieb steht und warum — braucht ein Gespräch.

Mein Gewinn ist fast null. Ist mein Betrieb wertlos?

Meist nicht. Viele Inhaber steuern das Ergebnis über Lohn, Investitionen und private Posten bewusst gegen null — steuerlich klug, für die Bewertung irreführend. Die Bereinigung holt genau dieses Ergebnis zurück an die Oberfläche.

Warum nennen Sie keinen konkreten Multiple für meine Branche?

Weil es ihn seriös nicht gibt: Zwei Installationsbetriebe mit demselben Ergebnis können weit auseinanderliegende Faktoren haben — je nach Team, Wiederkehr und Kundenstruktur. Eine Zahl ohne Prüfung wäre kein Angebot, sondern Werbung.

Geschrieben von

Adin Ikanovic

Geschäftsführer der THETA Holding AG, Schindellegi SZ

Er kauft Betriebe oder beteiligt sich an ihnen — und spricht dabei jede Woche mit Inhabern, die vor derselben Frage stehen wie Sie: Was ist mein Betrieb wert, und wer führt ihn weiter? Dieser Ratgeber kommt aus genau diesen Gesprächen, nicht aus der Theorie.

Mehr über Adin Ikanovic und die THETA Holding →

Nächster Schritt

Ihre Bandbreite — begründet statt geraten.

Im Erstgespräch rechnen wir die Bereinigung an Ihren echten Zahlen durch und sagen Ihnen, wo Ihr Betrieb in der Bandbreite steht und was den Faktor bewegt.

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