Ratgeber · Wertsteigerung

Der Preis entsteht nicht in der Verhandlung. Er entsteht 24 Monate davor.

Wer im Verkaufsjahr anfängt, an seinem Betrieb zu arbeiten, verhandelt über Kosmetik. Die Hebel, die wirklich zählen, brauchen Zeit — dafür bewegen sie den Preis um Grössenordnungen, nicht um Prozente.

In dieser Reihenfolge

Die vier Hebel, die wirken

  1. Sich selbst ersetzbar machen

    Der grösste einzelne Abschlagsgrund ist die Abhängigkeit vom Inhaber. Konkret: Wer rechnet Offerten, wenn Sie nicht da sind? Wer entscheidet über einen Nachtrag? Jede dieser Antworten, die einen anderen Namen trägt als Ihren, ist bares Geld.

  2. Kundenbeziehungen auf den Betrieb umhängen

    Solange die zwanzig wichtigsten Kunden Sie anrufen, kauft ein Nachfolger ein Risiko. Zwei Jahre reichen, um jede wichtige Beziehung auf eine zweite Person mitlaufen zu lassen — ohne dass Sie verschwinden.

  3. Wiederkehrende Umsätze ausbauen

    Wartungsverträge, Bewirtschaftungsmandate, Serviceabos. Wiederkehr ist der Faktor, der den Multiplikator am stärksten nach oben zieht, weil er die Prognose des Käufers absichert.

  4. Klumpenrisiko abbauen

    Ein Auftraggeber mit mehr als einem Viertel des Umsatzes drückt den Preis spürbar. Zwei neue Kunden in der Grössenordnung von je zehn Prozent wirken stärker als jede Verhandlungstaktik.

Ehrlich sortiert

Wirkt — und wirkt nicht

Kostet Aufwand, bringt am Preis wenig

Beliebte Fehlinvestitionen

  • Neue Firmenwagen und Maschinen kurz vor dem Verkauf — erhöht die Substanz, nicht den Ertrag
  • Kosmetische Umbauten am Büro oder Werkhof
  • Ein teures Bewertungsgutachten, bevor die Zahlen bereinigt sind
  • Umsatzwachstum um jeden Preis: mehr Umsatz bei sinkender Marge senkt den Wert

Kostet Disziplin, bringt Preis

Was tatsächlich zählt

  • Eine zweite Person, die eigenständig kalkuliert und entscheidet
  • Saubere Nachkalkulation, die zeigt, woher die Marge kommt
  • Schriftliche, aktuelle Verträge mit den wichtigsten Kunden
  • Ein bereinigtes Ergebnis mit marktüblichem Inhaberlohn, das über drei Jahre stabil ist

Die Mechanik

Was das in Franken bedeutet

Bewertet wird das bereinigte Ergebnis mal einem Faktor. Beide Seiten der Rechnung lassen sich bewegen: Ein sauber ausgewiesener, um Ihren Lohn korrigierter Ertrag hebt die Basis. Weniger Personenrisiko, mehr Wiederkehr und weniger Klumpenrisiko heben den Faktor.

Wirken beide zusammen, ist der Unterschied nicht klein. Ein Betrieb mit CHF 300'000 bereinigtem Ergebnis und einem Faktor von 3,5 liegt bei gut einer Million. Derselbe Betrieb mit CHF 350'000 und einem Faktor von 6 liegt über zwei. Das ist derselbe Betrieb, zwei Jahre später.

Deshalb ist die erste Frage im Erstgespräch nie «was wollen Sie haben», sondern «wo steht Ihr Betrieb heute». Die Antwort darauf zeigt, wo die zwei Jahre am meisten bringen.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Ich habe nur noch ein Jahr. Lohnt sich das noch?

Ja, aber die Reihenfolge ändert sich. In zwölf Monaten schaffen Sie saubere Zahlen und dokumentierte Verträge — das ist der Teil, der sofort wirkt. Die zweite Führungsebene braucht länger; dann verhandeln Sie diesen Punkt eben offen und lassen ihn im Preis abbilden, statt ihn zu verstecken.

Soll ich vor dem Verkauf noch investieren?

Nur, wenn die Investition den Ertrag hebt und sich in der verbleibenden Zeit auch zeigt. Anschaffungen kurz vor dem Verkauf landen im Substanzwert, und den bezahlt ein Käufer selten voll.

Wie zeige ich einem Käufer, dass der Betrieb ohne mich läuft?

Indem er es sieht: Bei Gesprächen und in der Prüfung antwortet Ihre zweite Ebene auf Fachfragen, nicht Sie. Das überzeugt mehr als jede Aussage im Verkaufsdossier.

Nächster Schritt

Wo Ihre zwei Jahre am meisten bringen, sehen wir in einem Gespräch.

Wir sagen Ihnen offen, welche zwei Hebel bei Ihrem Betrieb den grössten Unterschied machen — auch wenn Sie danach ohne uns weitermachen.

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