Ratgeber · Wege

Vermittler oder direkt: was Sie das eine kostet und das andere nicht bringt.

Wir sind Käufer, also haben wir in dieser Frage ein Interesse. Deshalb hier der ehrliche Vergleich — inklusive der Situationen, in denen ein Vermittler klar besser für Sie ist.

Die drei Wege nebeneinander

M&A-Berater / VermittlerUnternehmensbörseDirekt an einen Käufer
Kosten für SieMandatsgebühr plus Erfolgsprovision aus dem ErlösInserats- oder MitgliedsgebührKeine
ReichweiteAktive Ansprache mehrerer InteressentenPassiv, wer sucht, findetEin Gegenüber
PreiswirkungWettbewerb kann den Preis hebenSelten Wettbewerb bei kleineren BetriebenKein Bieterwettbewerb
DiskretionAnonymisiert, aber im Markt sichtbarÖffentlich sichtbarKein Inserat, keine Liste
Tempo bis zum ersten GesprächWochen bis Monate für Dossier und AnspracheUnbestimmtTage
Ihr AufwandHoch: Dossier, mehrere Gesprächsrunden, AbsagenMittelGering

Ehrlich

Wann ein Vermittler die bessere Wahl ist

Wenn Ihr Betrieb gross und attraktiv genug ist, dass mehrere strategische Käufer ernsthaft mitbieten, holt ein professioneller Prozess mehr heraus, als jede Provision kostet. Der Wettbewerb ist real, und er wirkt direkt auf den Preis.

Ebenso, wenn Sie keinerlei Vorstellung vom Markt haben und niemanden kennen, der als Käufer in Frage kommt. Ein guter Berater bringt Marktzugang und nimmt Ihnen die Prozessarbeit ab — das ist ein Wert, kein Kostenfaktor.

Der Direktweg ist dann besser, wenn Diskretion für Sie schwerer wiegt als der letzte Prozentpunkt, wenn Sie einen Käufer kennen, der die Branche versteht, oder wenn Sie ohnehin erst herausfinden wollen, wo Sie preislich stehen, bevor Sie einen Prozess starten.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Provision bei einem M&A-Berater?

Üblich sind eine Grundgebühr plus eine erfolgsabhängige Provision auf den Transaktionswert; die Höhe hängt stark von Grösse und Anbieter ab. Lassen Sie sich beides schriftlich geben, inklusive Nachwirkungsfrist — also der Regel, ob eine Provision auch dann anfällt, wenn Sie später selbst an einen vom Berater genannten Interessenten verkaufen.

Verliere ich etwas, wenn ich zuerst direkt spreche?

Nur, wenn Sie dabei eine Exklusivität unterschreiben. Ein unverbindliches Gespräch schränkt Sie in nichts ein — die Verpflichtung beginnt erst mit der Absichtserklärung.

Was, wenn ich mit dem Preis des Direktkäufers nicht zufrieden bin?

Dann haben Sie eine Referenz, mit der Sie in einen Vermittlungsprozess gehen können. Genau deshalb ist die Reihenfolge sinnvoll: Das Direktgespräch ist die günstigste Möglichkeit, überhaupt eine Zahl zu bekommen.

Kann ich beides parallel machen?

Solange keine Exklusivitätsvereinbarung dagegensteht: ja. Prüfen Sie das Mandat genau — Exklusivitäts- und Nachwirkungsklauseln sind der Punkt, an dem Verkäufer später doppelt zahlen.

Nächster Schritt

Die günstigste Art, eine Zahl zu bekommen.

Ein Gespräch mit einem Käufer, ohne Mandat, ohne Provision, ohne Exklusivität. Was Sie danach damit machen, ist Ihre Sache.

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